CHINA
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Chinas Sport-Minister erklärte der Korruption im Fußball den Krieg
Peking (wmx): Ein neuer Versuch, den chinesischen Fußball kommerziell zum Rollen zu bringen: Chinas Minister für Sport Liu Peng hat der Korruption im Fußballgeschäft seines Landes den Krieg erklärt. Wieder einmal, und vielleicht doch nicht zum letzten Mal. Zu oft war Chinas 1. Fußball Liga in Verruf geraten und hatte reihenweise korrupte Funktionäre den Job gekostet. Auf einer Pressekonferenz in Peking schlug der Minister aber deutlichere Töne an. Chinas Sportindustrie habe sich nach der Olympiade sehr gut entwickelt. Die Industrie könne wesentlich höhere Einnahmen durch Werbung und Sponsorenverträge verbuchen. „Deshalb sei es aber auch ein Bereich mit großer Korruptionsgefahr.“
Profispieler zahlen für`s Trainingslager Erst vor zwei Wochen hatte die chinesische Polizei den damaligen stellvertretenden Leiter des Chinesischen Fußball Verbandes Nan Yong wegen Korruptionsverdachtes verhaftet. Angeblich hatte Nan RMB 500tausend (etwa €50tausend) vom späteren Meisterclub aus Nordchina erhalten. Doch damit nicht genug. Während in anderen Ländern Fußball- Profis eine Prämie für ihren Einsatz im Nationalteam erhalten, bezahlten chinesische Profis dafür, eingeladen zu werden und spielen zu dürfen. Etwa RMB 100tausend (etwa € 10tausend) sollen Spieler für eine Einladung zu einem Trainingslager an Trainer und Funktionäre überwiesen haben. Für einen Länderspieleinsatz soll es auch einmal doppelt soviel Geld gewesen sein.
Minister Liu hat einen Einsatzstab einberufen, bestehend aus Verantwortlichen des Sportministeriums, des Justizministeriums, des Innenministeriums und der Bank of China. Auch das natürlich ein Hinweis darauf, wie man den Sündern auf die Schliche kommen will. Irgendwo muss das Schwarzgeld ja geblieben sein. Die Hauptgründe für das korrupte System sehe man übrigens in fehlenden demokratischen Entscheidungs- und Kontrollstrukturen. Das sind nun wirklich klare Worte.